Trend im Möbelhandel hin zum vernetzten Laden

Dominik Endress

Cross-Channel Spezialist - Senior Project Manager

Jetzt also auch im Möbelhandel! Wir im Mobilfunkhandel haben bereits festgestellt, dass sich der Markt verändert und haben uns schon längst darauf eingestellt. Nun wird auch der Möbelbranche langsam bewusst, dass sie sich gegenüber dem immer stärker werdenden Online-Handel rüsten müssen.

Laut einer aktuellen Studie des Kölner Handelsinstituts ECC wird die Welt von Ikea, Höffner, Roller und Co. in den kommenden Jahren ordentlich ins Wanken geraten. Im schlimmsten Falle droht jedem dritten der rund 30.000 deutschen Möbel- und Einrichtungsgeschäfte bis 2020 das Aus.

UMSATZSTEIGERUNG DER MÖBELHÄNDLER IM INTERNET 

Der zur Start-up-Schmiede Rocket Internet gehörende Möbelhändler Home24 etwa steigerte seine Umsätze in den ersten neun Monaten 2015 um über 63 Prozent auf über 171 Millionen Euro. Der Versandhändler Otto – nach eigenen Angaben die Nummer eins im Online-Einrichtungssegment – kam 2015 sogar schon auf rund 700 Millionen Umsatz und rechnet in diesem Jahr mit einem weiteren Plus in dreistelliger Millionenhöhe.

Laut ECC-Branchenexperte Jens Rothenstein scheinen viele Händler die Bedrohung noch nicht erkannt zu haben. „Im Moment werden hauptsächlich kleinere Einrichtungsgegenstände im Internet bestellt, aber die Verbraucher werden es in Zukunft auch immer öfter wagen, größere Stücke wie Sofas oder sogar ganze Küchen im Internet zu ordern.“ Im schlimmsten Falle sind nach der Studie ein Drittel der Möbel- und Einrichtungsgeschäfte gefährdet.

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Möbelhäuser könnten bald der Vergangenheit angehören. Bildquelle: Roller GmbH & Co. KG, Zentrale.

„Alle großen Möbelhändler haben erkannt, dass es wichtig ist, im Online-Handel dabei zu sein. Allein das Wie ist strittig“, sagt Sebastian Deppe von der Unternehmensberatung BBE. Der Marktführer im deutschen Möbelhandel Ikea etwa ist längst dabei, sein Internet-Standbein zu stärken. Dafür errichtet er inzwischen neben den klassischen Einrichtungshäusern auch noch zusätzliche Abholstationen, sogenannte Pick-up-Points, wo online bestellte Artikel in Empfang genommen werden können.

Probleme drohen nach Einschätzung von Marco Atzberger vom EHI vor allem inhabergeführten kleineren Geschäften, die nun gleichzeitig durch die Großflächen und durch die Online-Händler unter Druck gesetzt würden. Dadurch könne sich die Marktbereinigung beschleunigen (Quelle: ECC).

Wie sich der Möbelhandel letztendlich entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Der Weg geht aber wohl sicherlich hin zum Cross Channel. Hierbei wird der vernetzte Laden sicherlich auch die Option sein, um sich gegen den Online Handel zu behaupten. Mehr Informationen hierzu gibt es auf unsere Homepage www.der-vernetzte-laden.de.